Mittwoch, 7. Januar 2009

Das verweht sich!

Australia! Australia!




Das zumindest ist ein Vorsatz fürs neue Jahr:
Öfters Kino.
Öfters als zwei Mal im halben Jahr hab ich es noch nie geschafft –
Aber dieses Jahr wird alles anders! Ich schwöre!
Darum hab ich dann gestern auch gleich zwei Filme auf einmal geguckt. Na fast.
Jedenfalls waren wir erst alle in „Buddenbrooks“ – Heikes Gatte Tom und ich wollten da gern rein
und Heike und Maria haben sich überzeugen lassen ( Literatur! Thomas Mann!).
Eigentlich wollten sie lieber in „Australia“ -
aber dann saßen wir doch alle in den "Buddenbrooks" – und was passiert?
Der Film wackelt.
Und zwar immer. Andauernd.
Abgesehen davon, dass die Kamera auch in diesem Film wieder total nervig war – Schwenk hin, Schenk weg – Hui! – es hat einfach immer gewackelt.
Mir wurde gleich wieder ganz annersch.
Tom hats auch bemerkt – und geht zum Filmvorführer. Der ihn erst mal für plemplem erklärt.
Klar. Erst der Filmvorführchef erkennt mit professionellem Auge: Eindeutig: der Projektor ist kaputt.
Tom und ich also raus aus dem Kino – ich glaube, ich schon mit nem fetten Nystagmus –
während alle anderen stoisch sitzengeblieben sind. Ein Rätsel. Wie machen die das?
Wenn ich da noch zehn Minuten länger drin geblieben wäre, hätte ich meinem Vordermann in den Kragen gereiert.
Tom auch.
Uns wurden sogar Freikarten angeboten –
aber da ich eh noch welche übrig hatte, und wir die Zeit ja rumkriegen wollten, sind wir in - „Australia“.
Tatsächlich.
In den Film, in den die Mädels eigentlich wollten – während die immer noch in den Buddenbrooks saßen- Gewackel hin oder her– und zwar wegen uns.

Es war aber auch in Australia recht kurzweilig. Wenn man da mit einem Mann drinsitzt, der schon nach fünf Minuten sagt:
“ Das Fernrohr! Ein billiger Nachbau aus Indien! Pah!“
Und noch mal zehn Minuten später:“ Was ist das denn! Wie kommt der denn zu einem russischen Gewehr - von 1895!“
Details eben!

Ach so! Nach der "Buddenbrooks"-Vorstellung hat man übrigens an alle Kinobesucher Freikarten vergeben -
eben wegen des elenden Gewackels.

Und Australia:
( Fast hätte ich Austria geschrieben. Auch nett ;-) )
Großer Film! Weites Land! Schöne Frau! Und the sexiest man alive immer in Nahaufnahme.Grrrrrrrrrr.
Und immer, wenn ich gedacht habe – so, jetzt ist Schluss, fertig mit Film – Von wegen! Nochmal epochale Ereignisse!
Sagen wir mal so: Man kann es sich angucken.
Ich hab sogar geheult mittendrin.
Vom Winde verweht halt auf australisch.Niedliche Känguruhs und so. Kleine Kinder mit grossen Augen.
Und auch sonst einfach zu verstehen - Der Gute ist gut, und der Böse aber sowas von - böse!

Und:
Die "Buddenbrooks" werde ich jetzt dann mal lesen.
Grande Littérature! Und garantiert unverwackelt!

Kommentare:

Kartoffel hat gesagt…

Die Kunstform Wörter zu reiern, finde ich sehr reizvoll!!!
Stell Dir vor, Du trittst mal wieder in Katzenkotze und siehst dann erst, dass da auf den Teppich liebevoll "Guten Morgen, Birgit" hingesprenkelt worden war! Seufz. Das wär schön. ;)

Stefan hat gesagt…

@Kartoffel Pssst, nicht verraten! Ich übe gerade das Namen-in-den-Schnee pinkeln ;-)
Eine schöne Kritik über Australia habe ich bei Torsten Dewi gelesen. Beispiel: "Gegen Ende rutscht “Australia” aber dann doch wieder in die Spur, findet seinen Rhythmus, und bringt im Kino so viele Taschentücher zum Vorschein wie Feuerzeuge bei einem Pur-Konzert."