Nein, dass ich sowas nochmal erleben durfte – ich hätte es mir in meinen wildesten Träumen nicht besser ausmalen können.
Dabei fing der Abend erstmal ziemlich geruhsam an.
Ein Freitag Abend.
Weshalb ich Freundin S. zuerst in den Mitleidsclub schleppe.
Ein eigentlich völlig bescheuertes Unterfangen. Als ob ich da gerne hingehen täte!
Der „MidlifeClub“ - einmal im Monat „Musik für erwachsene Ohren“, wie der bescheuerte Slogan mal hiess – und was nur bedeutete, dass es Musik für Ohren war, aus denen schon deutlich sichtbar graue Haarbüschel rauswucherten .
Freund Tretter nennt das auch gern „ betreutes Tanzen“ , das trifft es auch ganz gut.
Ich habe kaum meine 4 Euro Eintritt bezahlt, da bin ich auch schon schlecht drauf.
Ich habs ja geahnt.
Aber da stehen wir jetzt, mittendrin, in dieser sonderbaren Veranstaltung, mit Menschen , die manchmal sonderbar tanzen, und deren erwachsene Kinder an der Theke die Getränke ausschenken. Also praktisch Kinderdisko verkehrt herum.
S. findet das Ganze eher lustig, sie sieht das ja noch mit jugendlichem Abstand,
und ich bin froh, dass wir Georg zum Plaudern treffen. Da stehen wir also , gucken uns die Welt an, und ich gebe mir mit zwei Apfelschorle völlig die Kante.
Freundin S. trinkt Bier, das täte mir vielleicht auch helfen. Aber egal.
Irgendwann machen Freundin S. und ich uns dann doch wieder auf den Heimweg.
Zwei junge Jungs quatschen uns an, und wollen von uns Entscheidungshilfen, in welchen Club sie noch gehen sollen.Kamikatze? Oder Boot? Oder beides? S. und ich wägen das Für und Wieder ab, bedenken Uhrzeit und Klientel, die Jungs werfen die jeweiligen Eintrittsgelder noch in die Diskussion – und mittendrin meint einer der beiden Buben auf einmal zu mir:
„ Sachemol – Du machst doch bestimmt was Soziales!“. S. lacht. Ich bin empört.
Was Soziales! Ich! Eine Frechheit! Das ist der Dank dafür, dass man jungen Menschen den rechten Weg in die richtige Disse weisen will.
Man wird zum Sozialpädagogen degradiert. Dann hätte ich allerdings auch wieder gut in den Mitleidsclub gepasst. Aber egal.
Vielleicht isses der Frust, vielleicht irgendwas anderes - als das Maritim Hotel vor uns auftaucht, schlage ich Freundin S. eher spaßeshalber vor, noch ein letztes Kaltgetränk in der Bar vom MaritimHotel zu nehmen.
Und S. wäre nicht S. , wenn sie mich nicht beim Wort nehmen tät.
“Desmachenwir!!“ sagt sie, und drin sind wir.
In der Maritim Bar.
Und damit mittendrin in der wahnsinnigsten Krawattenträgersause.
Und damit beginnt der lustige Teil des Abends.
Jetzt denkt man nicht, dass eine Hotelbar in Würzburg morgens um zwei aus allen Nähten platzt – aber das tut sie. Die Musik ist ohrenbetäubend, und die fünf Jungs hinter der Bar sind schwer beschäftigt.Freundin S. und ich bestellen unsere Kaltgetränke – Bier für S., alkfreien Cocktail für mich – und wir staunen praktisch mit offenem Mund.
Alle vom selben Verein – ich denke tatsächlich wirklich erst, das hat was mit Schalke zu tun,
weil ein paar blaue Schals um den Hals tragen – aber da ist nur das Firmenlogo drauf zu sehen, das ich natürlich wieder nicht entziffern kann.
Ein paar haben nicht nur die Krawatten schon abgelegt, sondern auch schon die Hemden aufgeknöpft - und ich bin froh, dass es in der Bar ziemlich schummrig ist.
Tatsächlich gibt es auch ein paar Frauen, die sich ziemlich wacker halten, denn der Großteil der Jungs ist nämlich schon so betrunken, dass es ihnen selbst schon völlig egal ist, woran oder an wem sie sich festhalten – was um uns herum zu ausdauernden Verbrüderungsszenen führt.
Oder Coachinggesprächen.
„Dumusssssdemsseigenwassdudraudhasss!“ brüllt der Herr rechts neben mir seinem Kollegen ins Ohr. S. weist mich drauf hin, dass dessen Initialen in die Manschettenknöpfen eingraviert sind. Und ins Hemd eingestickt.
Warum läßt man sich seine Initialen ins Hemd sticken? Damit die Gattin nicht vergisst, wessen Hemden sie wäscht? Oder wenn man die mal wo liegenläßt, die Hemden...
Bin verwirrt. Aber beeindruckt...
Kistenweise werden Moet-Chandon- und Veuve-Cliquot-Flaschen angeschleppt, und außerdem Champagner rosé . Was Freundin S. auffällt, ich seh ja wieder nix – und alles natürlich in der Magnum Version. Aber trinken allein wär ja langweilig – in regelmässigen Abständen gibt es deshalb Champagnerduschen für alle.
Ein Wahnsinn.
Das Wahnsinnigste daran ist, dass man beim vierten oder fünften Mal nicht mehr „Der Wahnsinn! Sind die alle wahnsinnig?“ denkt, sondern sich duckt und eher sowas „Ochnööönetschonwieder“ oder„ hoffentlichbleibtderdamitdrüben“ denkt.
„ Wenn die Hecke gestutzt wird, wirkt das Haus größer!!“ brüllt jetzt der Manschettenknopf seine Kollegen an, und alle lachen herzlich, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es diesmal nicht um den Job geht.
Mittendrin muss ich dann S . doch mal fragen von wegen meiner Sozialpädadogenausstrahlung.
"Naja", meint sie,"irgendwie ja schon."... Altaaaaabitte???... Naja, die Jacke halt,meint sie, und der rosa Schal.... "Der ist rot!" und außerdem die Haare."Die Haare? Was ist mit meinen Haaren? Wieso hab ich sozialpädadogische Haare?"
So genau kann S. das auch nicht erklären, vielleicht liegt es an der Farbe, meint sie, das Rot…?
Das Rot? Montagmorgen sitz ich beim Friseur , ich schwöre.
Hie und da verirrt sich ein betrunkenes Krawattenträgerle auch zu uns, wird aber wegen mangelnder Kommunikationsfähigkeit gleich wieder weitergeschickt.
Außer ein etwas älterer Herr, der zwar auch schon hackedicht ist – was er auch offen zugibt – aber wenigstens trägt er seine Krawatte noch ordentlich gebunden, und wir plaudern ein bisschen.
Die Jungs sind natürlich , wen wunderts, Finanzdienstleister.
Finanzdienstleister! Aha!
„Könnt ihr Euch sowas wie Budapest nicht mehr leisten?“ frage ich ihn, und er ist ein klein bisschen eingeschnappt. Aber nur kurz. Er erzählt uns von den Höhen und Tiefen seines Berufes, und von den außerordentlichen Qualifikationen , die man dafür braucht, und deswegen, und auch wegen des sichtlich akuten Frauenmangels läßt Freundin S. sich seine Telefonnummer geben.
Vielleicht wäre der Job ja was für sie.
Champagnerflaschen über den Köpfen der Kollegen auszuschütten jedenfalls findet sie schonmal nicht schlecht.
Er lädt uns noch auf eine Runde ein, und während man uns die Getränke zusammenmixt, gehen wir eine rauchen.
Wo alsbald ein völlig betrunkener Engländer zu uns stößt, der auch zu der Truppe gehört,
und uns mit einem freundlichen " Bitches!!!!" begrüßt. S. protestiert, und tatsächlich: Er revidiert er seine Meinung. Jetzt bin nur noch ich allein die Bitch.
"Yeaaah!", lallt er. "Look at your red hair! Like a bitch!"
Ach! Auf einmal! Jetzt bin ich auf einmal die Bitch! Wegen meiner roten Haare!
Da soll sich einer auskennen.
Unsere zweite Runde Drinks nehmen wir jetzt recht zügig.
Neben uns führt eine propere Lady im engen Schwarzen vor zwei ebenso properen Herren
einen Exklusivtanz auf, wobei sie abwechselnd lasziv mit den Hüften wackelt und
sich dann wieder an der Balustrade der Sitzgruppe schubbert.
Diverse Hemden sind jetzt nicht nur aufgeknöpft, sondern komplett abgelegt - und wir beschliessen dann auch, nach Hause zu gehen.
Und auf dem Heimweg hatte ich dann noch ordentlich Zeit, drüber nachzudenken:
Sozialpädagogin - oder Bitch. Bitch - oder Sozialpädagogin.
Soll bloß keiner sagen, dass ich nicht ein breites Spektrum abdecke.
Allerdings: das mit der Sozialpädadogin - also das hat mich wirklich beleidigt.
*Titel mit freundlicher Genehmigung von terebinthe geklaut.
Mal gucken, wie sie den Abend in ihrem Blog sieht:)))
http://durchmeinebrille.wordpress.com/
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Sonntag, 1. April 2012
Sonntag, 18. Juli 2010
( Fast) kein Wein am Stein
Hoffest am Stein ist eigentlich ne sehr nette Angelegenheit. Wenn man sich den richtigen Tag und die richtige Uhrzeit raussucht. Und vielleicht noch die richtige Stimmung. Von einem selber natürlich.
Sonntagabend, schon später, ich bin locker mit einer Freundin verabredet, und denke mir so gegen Viertel nach elf, Ochja, schlapp doch nochmal hoch. Ist doch eh nur um die Ecke.
Und das tue ich dann auch.
Treffe Freundin, kaufe Glas, suche eines der Frolleins vom Weinverkauf.
Die grad am nächsten steht, muss tratschen. Und guckt auch nach mehrmaligem Winken nur unwillig her.
Bis sie sich dann doch bequemt.
Lustlos kommt sie auf mich zu, ne Flasche schwenkend. " Es gibt nur noch Rosé" sagt sie. Genau richtig, sage ich, bitte ein Schorle. " Gibts nicht" nölt sie. Und das langt schon, genau dieser Satz in genau diesem Tonfall, und ich bin gleich mal auf 180. Ja, das geht manchmal ziemlich schnell bei mir.
Gibts doch, sage ich ( und zwar: normales Glas Wein kaufen, und ne Flasche Wasser dazu - aber muss ich IHR das erklären?). "Hamwa nicht. Höchstens an der Theke. " Hamwa doch, sage ich. Vorgestern hatte ich das nämlich. Frollein zieht Fresse und platzt gleich. " Hamwa nicht! Gehen Sie halt an die Theke!" ich linse rüber und sehe den Chef da stehen. Falls sie noch länger drauf besteht, geh ich wirklich an die Theke. Aber nicht, um mir ein Schorle bauen zu lassen. Passen Sie auf, sag ich, ich krieg von Ihnen einfach jetzt ein Glas Rosé, und ein Wasser. "Wasser hab ich nicht, das müssen Sie sich schon irgendwo holen" .
Nein, sag ich, SIE holen mir das. ( Ja, ich kann manchmal auch wirklich SEHR SEHR borstig sein - vor allem, wenn es ums Dienstleistungsgewerbe geht.) Aber auch die kleine Weinkönigin kann stur sein. . " Ich hab jetzt keins, ich schicke Ihnen ne Kollegin vorbei", mault sie. Sehr gut, sag ich.
Die kommt auch gleich, und da funktioniert alles wunderbar. Ratzfatz.
Meine Freundin stattdessen guckt mich an. "Gell, Du wirkst schon ein bisschen gestresst!"
Natürlich! Ich bins auch. ich mußte mich grad zurückhalten, diese Schnepfe nicht an Ort und Stelle zu verprügeln.
Das Adrenalin muss ja jetzt irgendwo hin.
Und sie läßt auch nicht locker. Viertelstündlich krieg ich nen besorgten Blick und ein " Also Du gefällst mir garnicht!".
Und schon das hebt - zumindest meine - Stimmung jetzt nicht besonders.
Irgendwann gesellt sich ein angeschickertes DirndlDing zu uns, das allem Anschein nach nicht mehr ganz Herrin ihrer Sinne ist.
Ich hör mir noch zehn Minuten das Gelalle an, und beschliesse dann , zusammen mit meinem RoséSchorle die Nacht auf meiner kleinen Dachterrasse zu beenden.
Freundin guckt mich an und sagt noch mal" Also nee, Du gefällst mir üüüberhaupt nicht!" Is`ja gut.
Zuhause, mit Käsebrot und Restweinchen, fühle ich mich schlagartig besser.
Hätte wohl besser einfach von vorneherein zu Hause bleiben sollen;) Ist manchmal besser so. Für mich und die Anderen ;)
Sonntagabend, schon später, ich bin locker mit einer Freundin verabredet, und denke mir so gegen Viertel nach elf, Ochja, schlapp doch nochmal hoch. Ist doch eh nur um die Ecke.
Und das tue ich dann auch.
Treffe Freundin, kaufe Glas, suche eines der Frolleins vom Weinverkauf.
Die grad am nächsten steht, muss tratschen. Und guckt auch nach mehrmaligem Winken nur unwillig her.
Bis sie sich dann doch bequemt.
Lustlos kommt sie auf mich zu, ne Flasche schwenkend. " Es gibt nur noch Rosé" sagt sie. Genau richtig, sage ich, bitte ein Schorle. " Gibts nicht" nölt sie. Und das langt schon, genau dieser Satz in genau diesem Tonfall, und ich bin gleich mal auf 180. Ja, das geht manchmal ziemlich schnell bei mir.
Gibts doch, sage ich ( und zwar: normales Glas Wein kaufen, und ne Flasche Wasser dazu - aber muss ich IHR das erklären?). "Hamwa nicht. Höchstens an der Theke. " Hamwa doch, sage ich. Vorgestern hatte ich das nämlich. Frollein zieht Fresse und platzt gleich. " Hamwa nicht! Gehen Sie halt an die Theke!" ich linse rüber und sehe den Chef da stehen. Falls sie noch länger drauf besteht, geh ich wirklich an die Theke. Aber nicht, um mir ein Schorle bauen zu lassen. Passen Sie auf, sag ich, ich krieg von Ihnen einfach jetzt ein Glas Rosé, und ein Wasser. "Wasser hab ich nicht, das müssen Sie sich schon irgendwo holen" .
Nein, sag ich, SIE holen mir das. ( Ja, ich kann manchmal auch wirklich SEHR SEHR borstig sein - vor allem, wenn es ums Dienstleistungsgewerbe geht.) Aber auch die kleine Weinkönigin kann stur sein. . " Ich hab jetzt keins, ich schicke Ihnen ne Kollegin vorbei", mault sie. Sehr gut, sag ich.
Die kommt auch gleich, und da funktioniert alles wunderbar. Ratzfatz.
Meine Freundin stattdessen guckt mich an. "Gell, Du wirkst schon ein bisschen gestresst!"
Natürlich! Ich bins auch. ich mußte mich grad zurückhalten, diese Schnepfe nicht an Ort und Stelle zu verprügeln.
Das Adrenalin muss ja jetzt irgendwo hin.
Und sie läßt auch nicht locker. Viertelstündlich krieg ich nen besorgten Blick und ein " Also Du gefällst mir garnicht!".
Und schon das hebt - zumindest meine - Stimmung jetzt nicht besonders.
Irgendwann gesellt sich ein angeschickertes DirndlDing zu uns, das allem Anschein nach nicht mehr ganz Herrin ihrer Sinne ist.
Ich hör mir noch zehn Minuten das Gelalle an, und beschliesse dann , zusammen mit meinem RoséSchorle die Nacht auf meiner kleinen Dachterrasse zu beenden.
Freundin guckt mich an und sagt noch mal" Also nee, Du gefällst mir üüüberhaupt nicht!" Is`ja gut.
Zuhause, mit Käsebrot und Restweinchen, fühle ich mich schlagartig besser.
Hätte wohl besser einfach von vorneherein zu Hause bleiben sollen;) Ist manchmal besser so. Für mich und die Anderen ;)
Dienstag, 17. November 2009
Nachts, wenn alles schläft...
Sonntag Abend war ich ja in Leipzig, bei den Akademixern.
Ein netter Abend, nette Kollegen ( dieser klasse Spruch von Anke Geissler, die sich zu Recht über eine Gästin aufgeregt hat:
" Da franst mir doch der Bommel aus!“ – das Ganze in schönstem Leipziger Slang! Herrlich! ) – und hinterher noch rumsitzen in diversen Kneipen.
Der Leipziger ist freundlich und umgänglich und qualmt wie Sau. Unglaublich. Jetzt gönne ich mir ja auch hie und da eine Genusszigarette – aber das ist da noch mal ne andere Liga. Kneipen voll dicker Nebelschwaden! Das kennt der Bayer ja gar nicht mehr - vielleicht wird er es ja auch bald wieder kennen lernen, wer weiß.
Irgendwann zu vorgerückter Stunde hab ich dann auch geschwächelt
( wer sich nur an Bionade festhält, braucht sich auch nicht wundern, dass er irgendwann
den Tischgesprächen nicht mehr folgen kann ) .
Und bin eingerückt.
Ich denke, das kann man so nennen, wenn sich die Übernachtungsmöglichkeit in einem Pflege- und Seniorenheim befindet.
Gut, es hätte schlimmer kommen können – ich im Viererzimmer mit Berta, Hilde und Gertrude - aber: ich hatte Einzelzimmer – und sogar nen eigenen Haustürschlüssel – aber sonst:
Notruf neben dem Bett, Bett selbst mit Bedienung zum Hoch.- und Runterfahren, sowohl Fuß- als auch Kopfende, und seitwärts und alles – Ja, ich habs natürlich ausprobiert! Muss man doch! Das hat mich natürlich wieder ein bisschen von meinem wertvollen Schlaf gekostet.
Im Bad: Zwei Frotteewaschlappen! Einer grün, einer blau : Wir wissen ja – damit man das nicht verwechselt!
Einer für oben , einer für unten!
So haben wir das damals gelernt.
Und eine barrierefreie Dusche.
Barrierefreie und behindertengerechte Nasszellen finde ich ja von jeher großartig –
in Hotels hab ich schon durchaus danach gefragt:
Weil – da hat man Platz!
Und: Man kann sich überall festhalten!
Überall! Da sind Griffe : An den Wänden, in der Dusche, am Klo!
Sowas ist nicht nur behindertengerecht, sondern vor allem besoffenengerecht!
Nur als kleiner Tipp von mir...
Jedenfalls – die Nacht hab ich gut geschlafen – leider war Frühstück nicht inbegriffen. Ich hätte mich noch gern unter die Bewohner gemischt, und das eine oder andere Schwätzchen gehalten. Naja.
Vielleicht beim nächsten Mal.
Ansonsten:
Hab ich mich zwischenzeitlich noch aus der Wohnung ausgesperrt,
hab erfahren, dass Muddi ins Krankenhaus musste, Günther hat mir aufs Sofffa gekotzt, mein Regisseur findet meine Texte „nicht lustig“ – und ich hab mich richtig mit meinem Nachbarn angelegt.
Im Großen und Ganzen ein prima Wochenanfang.
Ein netter Abend, nette Kollegen ( dieser klasse Spruch von Anke Geissler, die sich zu Recht über eine Gästin aufgeregt hat:
" Da franst mir doch der Bommel aus!“ – das Ganze in schönstem Leipziger Slang! Herrlich! ) – und hinterher noch rumsitzen in diversen Kneipen.
Der Leipziger ist freundlich und umgänglich und qualmt wie Sau. Unglaublich. Jetzt gönne ich mir ja auch hie und da eine Genusszigarette – aber das ist da noch mal ne andere Liga. Kneipen voll dicker Nebelschwaden! Das kennt der Bayer ja gar nicht mehr - vielleicht wird er es ja auch bald wieder kennen lernen, wer weiß.
Irgendwann zu vorgerückter Stunde hab ich dann auch geschwächelt
( wer sich nur an Bionade festhält, braucht sich auch nicht wundern, dass er irgendwann
den Tischgesprächen nicht mehr folgen kann ) .
Und bin eingerückt.
Ich denke, das kann man so nennen, wenn sich die Übernachtungsmöglichkeit in einem Pflege- und Seniorenheim befindet.
Gut, es hätte schlimmer kommen können – ich im Viererzimmer mit Berta, Hilde und Gertrude - aber: ich hatte Einzelzimmer – und sogar nen eigenen Haustürschlüssel – aber sonst:
Notruf neben dem Bett, Bett selbst mit Bedienung zum Hoch.- und Runterfahren, sowohl Fuß- als auch Kopfende, und seitwärts und alles – Ja, ich habs natürlich ausprobiert! Muss man doch! Das hat mich natürlich wieder ein bisschen von meinem wertvollen Schlaf gekostet.
Im Bad: Zwei Frotteewaschlappen! Einer grün, einer blau : Wir wissen ja – damit man das nicht verwechselt!
Einer für oben , einer für unten!
So haben wir das damals gelernt.
Und eine barrierefreie Dusche.
Barrierefreie und behindertengerechte Nasszellen finde ich ja von jeher großartig –
in Hotels hab ich schon durchaus danach gefragt:
Weil – da hat man Platz!
Und: Man kann sich überall festhalten!
Überall! Da sind Griffe : An den Wänden, in der Dusche, am Klo!
Sowas ist nicht nur behindertengerecht, sondern vor allem besoffenengerecht!
Nur als kleiner Tipp von mir...
Jedenfalls – die Nacht hab ich gut geschlafen – leider war Frühstück nicht inbegriffen. Ich hätte mich noch gern unter die Bewohner gemischt, und das eine oder andere Schwätzchen gehalten. Naja.
Vielleicht beim nächsten Mal.
Ansonsten:
Hab ich mich zwischenzeitlich noch aus der Wohnung ausgesperrt,
hab erfahren, dass Muddi ins Krankenhaus musste, Günther hat mir aufs Sofffa gekotzt, mein Regisseur findet meine Texte „nicht lustig“ – und ich hab mich richtig mit meinem Nachbarn angelegt.
Im Großen und Ganzen ein prima Wochenanfang.
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