Tauben gehen`doch!
Es gibt nicht viele Termine , die ich mir jetzt so privat vormerke. Mit zweimal Handyklingeln und anrufen lassen und so. Eigentlich sogar eher selten. Sogar so gut wie nie.
Den Termin heute allerdings – den hatte ich schon vor zwei Wochen im Kalender: Nicht mal 10 Minuten im BR, in der Frankenschau.
Thema: Kunstflugtauben.
Kunstflugtauben!!! Ist das irre??? Kann man das fassen?? Sowas MUSS man sich angucken!! Das DARF man nicht verpassen!
Also – so gings mir zumindest.
Ich hab schon gemerkt – da stand ich aber auch ziemlich allein auf weiter Flur mit meiner Begeisterung.
Mir doch egal!
Sogar die Probe mit Kollegin H. extra überpünktlich beendet.
Und dann um kurz nach 18.00 Uhr bei der besten Nachbarin B.in Jogginghose auf dem Sofa gesessen, weil bei mir im Fernseher das Bild nix war.
Gut – der Besuch von B. war ein bisschen irritiert – die hatten sich alle feingemacht für ein Essen, und waren schon auf dem Sprung – und ich praktisch auf dem Sofa am rumlümmeln, die Fernbedienung in der Hand und ihnen „ Viel Spaß!“ am hinterherrufen.
Und dann – da waren sie: die Kunstflugtauben.
Roller.Purzler. Sturzflug! Kerze!Yeeeeees!
Be- zau- bernd.
Will ich haben. Sofort und gleich. Ich war hin und weg.
Nein, ich bin es immer noch.
Ja, ich weiß! Die meisten Menschen finden Tauben – ätzend. Eklig. Flugratten. Höchstens im Pfännchen – dann vielleicht ( aber, muss ich da sagen: nur, wenn meine Tante Mädl sie zubereitet, die kann das nämlich am besten).
Aber ich persönlich – ich finde sie einfach süß. Hübsch.
Ewig könnte ich den Tauben lauschen, wenn sie auf dem Dach gurren! Jawoll!
( ja, ich hab ein Katzennetz um meinen Balkon, weswegen sie auch nicht reinfliegen und rumkacken können. )
Und irgendwie – mir war jetzt nie so klar, warum ich Tauben grundsätzlich nett finde.
Bis mir grade eben wieder Frieda eingefallen ist.
Ich glaube, Frieda war an allem schuld.
Frieda war eine hübsche schneeweiße Taube, die uns – man kanns wahrscheinlich nicht anders sagen – an irgendeinem arschkalten Wintertag zugelaufen ist.
Damals in Augsburg, ich war noch ein Teenager.
Draussen fett Schnee, wir mit Hund Gassi, und da sitzt dieses dünne ausgemergelte Ding auf der zugeschneiten Strasse. Direkt vor unserer Haustür
Natürlich haben wir sie mit reingenommen. Und – ja – behalten.
Sie bekam nen kleinen Karton, der in der Küche stand –
und in dem durfte Frieda wohnen.
Anfangs war sie noch ziemlich.. hm.. dünn.. relativ unansehnlich... ausgemergelt... aber nach ein paar Wochen hatte sie sich spitzenmässig erholt.
Bildhübsch! Strahlendweiß ! Und – ja, ziemlich moppelig.
Ich würde sogar sagen – also ziemlich nah dran an.... fast fett.
Und sie durfte natürlich raus aus dem Karton, ne Runde fliegen ( soweit möglich ) und dann saß sie für den Rest des Tages oben auf dem Schrank und sah Mutti beim Spülen zu.
Das muss auch noch mal erwähnt werden: Meine Mutti war und ist praktisch eine Hauswirtschaftsmutti. Da wird geputzt und gewienert, und Sauerei is`nicht.
Ich weiß nicht, wie – aber in unserer Bude war von Taubenkacke keine Spur! Vielleicht war Frieda wohlerzogen, vielleicht hatte sie Verstopfung – ich weiß es nicht ( Anmerkung: Mutti fragen).
Und selbst unser Hund hatte sich an sie gewöhnt. (naja, so leidlich)
Und was einfach immer arg schön war:
Frühs, wenn noch alles im Bett lag, fing Frieda unten in ihrem Karton in der Küche das Gurren an. Die allmorgendliche Begrüßung. Taubenritual. Mit Taubengurren im Öhrchen aufwachen. Und sowas ist einfach – hübsch!
So wirds sein. Kindheitserinnerungen!
Deswegen mag ich das wohl. Und ich kann nix dafür!
Gut, irgendwann haben wir Frieda einem Züchter gegeben, nach vielleicht – knapp einem halben Jahr.... wo sich dann natürlich auch rausgestellt hat, dass Frieda ein Frieder war.
Und wenn er nicht gestorben ist, dann ... gurrt er noch heute!
Und wegen Frieda hab ich mir dann vor einigen Jahren ein Pärchen Diamanttäubchen zugelegt .... die es leider auch nicht mehr gibt –
aber das ist wiederum ne andere Geschichte...klar☺
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Sonntag, 19. Juni 2011
Donnerstag, 12. November 2009
Vogelwild
„ Gratulation!“ sag ich zu meinem Vater am Telefon.
Die Gratulation war schon lange überfällig, aber der Papa ist ein Festnetzpapa, den man anders nicht erreichen kann. Er hat zwar ein Handy, aber das nimmt er nicht mit, und wenn er es mitnimmt, macht er es nicht an.
Jetzt war er im Urlaub, drei Wochen. Mit dem Wohnwagen. Eigentlich ist das kein Urlaub – mein Papa ist Fischer, Hobbbyfischer, und da wird sich im Urlaub nicht erholt, sondern da wird gefischt, und das ist kein Spaß, das ist bitterer Ernst.
Es ist nie so, wie es sein soll, die Fischerkarten sind zu teuer, das Wasser leergefischt, die Fische mucken nicht, und wenn, sind sie untermaßig, , und meistens ist das Wetter auch noch so schlecht, dass man nicht vor die Wohnwagentür kann.
Ein typischer Fischerurlaub halt.
Aber jetzt ist er ja wieder da. „ Gratulation!“, sag ich also zu meinem Vater.
„ Auweh“, sagt der, denn er ahnt was.
„ Jawoll!, sag ich, „ Gratulation! Dein Kormoran ist der Vogel des Jahres! „
Da lacht er, aber nur kurz.
„Ja“, sagt er,“ Dein Bruder hat auch schon angerufen und gratuliert.“
Ja, so sind wir. Wir denken an den Papa, auch und grad in seinen schweren Stunden.
„Und,“ sag ich, „ was sagsch?!“ ( Augsburgerisch für: „ Was hältst du davon?“ ).
Und ich weiß ja auch schon, was jetzt kommt.
Der Papa hält nämlich gar nichts davon.
Wie kein Fischer der Welt davon was halten kann – der Kormoran!
Ausgerechnet!
"Ein Schlag ins Gesicht aller Demokraten und wirklicher Naturschützer" sei die Kür dieses Fischräubers zum Jahresvogel, so spricht der Fischereiverband in einer Presseerklärung.
Denn:
Ein Kormoran ist kein normaler Vogel, der hie und da mal nen Fisch abgreift – nein, ein Kormoran ist die Ausgeburt des Bösen, geschaffen, um den Fischern das Leben schwer zu machen.
Ein Abgesandter aus den Untiefen der Hölle, beziehungsweise vom Bund Naturschutz.
Ein Vogel, der Würmer und Parasiten verbreitet, ein Widerborst, der Fische nicht nur einfach frisst, weil er vielleicht Hunger hat - er knabbert sie auch noch sinnlos an wie unsereins beim FernsehAbend die Salzstangen, und lässt sie dann angefressen liegen, – alles, nur, um den Fischer zu ärgern - in böser Absicht, niederträchtig und gemein.
So ist das mit dem Kormoran, das hat mein Vater mir in langen ausschweifenden Gesprächen schon oft erläutert, auch jetzt tut er es noch mal – und er weiß auch, wem die Fischer das zu verdanken haben: Dem Naturschutzbund.
Die wollen schon lange keine Natur mehr schützen, sondern nur den Fischern eins auswischen, doziert der Papa, das hat er auch bei einem Vortrag im Fischereiverein gehört. Von einem Doktor übrigens! Also stimmts!
Ich weiß, wenn der Papa kormorantechnisch erstmal in Fahrt ist, kann man ihn nicht mehr bremsen – hie und da werfe ich „ Ja, aber... !“ oder„ Du übertreibst...!“ ein, -aber ich habs ja provoziert, also muss ich da auch durch.
Als wir uns verabschieden und ich auflege, überlege ich, ob ich ihm zu Weihnachten einen ausgestopften Kormoran schenken könnte.
Ich glaube, da tät er sich freuen.
Ach so!!
Weiterführende Links....
www.fischschutz-contra-kormoran-ev.de/
Und natürlich:
Sehr lustig... (nur für mich, nicht für den fischenden Vater - schon ausprobiert...)
http://www.youtube.com/watch?v=Bx9Ew-E1Kto
Die Gratulation war schon lange überfällig, aber der Papa ist ein Festnetzpapa, den man anders nicht erreichen kann. Er hat zwar ein Handy, aber das nimmt er nicht mit, und wenn er es mitnimmt, macht er es nicht an.
Jetzt war er im Urlaub, drei Wochen. Mit dem Wohnwagen. Eigentlich ist das kein Urlaub – mein Papa ist Fischer, Hobbbyfischer, und da wird sich im Urlaub nicht erholt, sondern da wird gefischt, und das ist kein Spaß, das ist bitterer Ernst.
Es ist nie so, wie es sein soll, die Fischerkarten sind zu teuer, das Wasser leergefischt, die Fische mucken nicht, und wenn, sind sie untermaßig, , und meistens ist das Wetter auch noch so schlecht, dass man nicht vor die Wohnwagentür kann.
Ein typischer Fischerurlaub halt.
Aber jetzt ist er ja wieder da. „ Gratulation!“, sag ich also zu meinem Vater.
„ Auweh“, sagt der, denn er ahnt was.
„ Jawoll!, sag ich, „ Gratulation! Dein Kormoran ist der Vogel des Jahres! „
Da lacht er, aber nur kurz.
„Ja“, sagt er,“ Dein Bruder hat auch schon angerufen und gratuliert.“
Ja, so sind wir. Wir denken an den Papa, auch und grad in seinen schweren Stunden.
„Und,“ sag ich, „ was sagsch?!“ ( Augsburgerisch für: „ Was hältst du davon?“ ).
Und ich weiß ja auch schon, was jetzt kommt.
Der Papa hält nämlich gar nichts davon.
Wie kein Fischer der Welt davon was halten kann – der Kormoran!
Ausgerechnet!
"Ein Schlag ins Gesicht aller Demokraten und wirklicher Naturschützer" sei die Kür dieses Fischräubers zum Jahresvogel, so spricht der Fischereiverband in einer Presseerklärung.
Denn:
Ein Kormoran ist kein normaler Vogel, der hie und da mal nen Fisch abgreift – nein, ein Kormoran ist die Ausgeburt des Bösen, geschaffen, um den Fischern das Leben schwer zu machen.
Ein Abgesandter aus den Untiefen der Hölle, beziehungsweise vom Bund Naturschutz.
Ein Vogel, der Würmer und Parasiten verbreitet, ein Widerborst, der Fische nicht nur einfach frisst, weil er vielleicht Hunger hat - er knabbert sie auch noch sinnlos an wie unsereins beim FernsehAbend die Salzstangen, und lässt sie dann angefressen liegen, – alles, nur, um den Fischer zu ärgern - in böser Absicht, niederträchtig und gemein.
So ist das mit dem Kormoran, das hat mein Vater mir in langen ausschweifenden Gesprächen schon oft erläutert, auch jetzt tut er es noch mal – und er weiß auch, wem die Fischer das zu verdanken haben: Dem Naturschutzbund.
Die wollen schon lange keine Natur mehr schützen, sondern nur den Fischern eins auswischen, doziert der Papa, das hat er auch bei einem Vortrag im Fischereiverein gehört. Von einem Doktor übrigens! Also stimmts!
Ich weiß, wenn der Papa kormorantechnisch erstmal in Fahrt ist, kann man ihn nicht mehr bremsen – hie und da werfe ich „ Ja, aber... !“ oder„ Du übertreibst...!“ ein, -aber ich habs ja provoziert, also muss ich da auch durch.
Als wir uns verabschieden und ich auflege, überlege ich, ob ich ihm zu Weihnachten einen ausgestopften Kormoran schenken könnte.
Ich glaube, da tät er sich freuen.
Ach so!!
Weiterführende Links....
www.fischschutz-contra-kormoran-ev.de/
Und natürlich:
Sehr lustig... (nur für mich, nicht für den fischenden Vater - schon ausprobiert...)
http://www.youtube.com/watch?v=Bx9Ew-E1Kto
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